Razer Hydra, Oculus Rift DK2 und einige Gedanken zur Zukunft von VR

Razer Hydra, Oculus Rift DK2 und einige Gedanken zur Zukunft von VR

Ein neues Video: Wie wichtig geeignete Eingabegeräte zur Steuerung sind, habe ich mir vor der Ankunft des DK2 zwar schon vorstellen können. Erst im Praxistest merkt man aber: Wirklich mittendrin ist man erst, wenn entweder die Anwendung bzw. das Spiel auf eine Steuerung mit den Händen komplett verzichtet oder wenn die echten Bewegungen im Spiel nachempfunden werden.

Um echte Bewegungen in VR-Anwendungen nachzuempfinden, gibt es schon eine ganze Reihe geeignete Eingabegeräte. Weitere Eingabegeräte werden gerade entwickelt und insbesondere über Crowdfunding finanziert.

Ich habe bisher drei in meinen Augen VR-taugliche Eingabegeräte gefunden und mit den passenden Spielen ausprobiert:

– Elite Dangerous mit einem HOTAS (Hands On Throttle And Stick) Flight Control System.
– Live for Speed mit einem Lenkrad-/ Pedalsystem.
– Temple of Merk mit einer Razer Hydra.

Jedes der genannten Spiele für sich genommen war mit dem richtigen Controller mehr als beeindruckend!

Das ungewöhnlichste dieser drei Eingabegeräte, die Razer Hydra, möchte ich heute kurz vorstellen und ein Video vom Einsatz zeigen. Bei der Razer Hydra handelt es sich grob gesagt um ein Eingabesystem, welches aus einer Basisstation nebst zwei Controllern besteht.

razer_hydra

Einen Controller nimmt man in die linke, den anderen in die rechte Hand. Durch „magnetische Bewegungserkennung“ ist die Basistation in der Lage, kleinste Bewegungen und sogar Drehungen des Controllers im Raum zu erkennen. Ein Sichtkontakt zur Basisstation ist dabei nicht notwendig. Der Gedanke hinter dem Eingabegerät ist, dass dieses die Bewegungen der Hände an sich im Raum möglichst gut abbildet – also alles vom Drehen der Handflächen bis hin zur Bewegung der Hände nach oben, unten, links, rechts, von sich weg, zu sich hin, etc. Diese Aufgabe erfüllt die Hydra auch schon ziemlich gut, wenngleich nicht perfekt. Nach meinem Empfinden kommen die Bewegungen etwas schwammig rüber und ich habe damit zu kämpfen, dass einige der erkannten Bewegungen leicht zittern. Störend ist auch, dass die Controller per Kabel mit der Basisstation verbunden sind. Insgesamt ist die Hydra aber brauchbar und vor allem momentan noch relativ alternativlos. Der inoffizielle Nachfolger ist jedoch bereits in der Entwicklung und auch schon vorbestellbar (STEM). Erstaunlich ist, dass die Razer Hydra vermutlich zu früh auf den Markt gekommen ist, nämlich zu einer Zeit, in der an die Oculus Rift noch nicht zu denken war. Mittlerweile wächst der Bedarf an VR-tauglichen Controllern ständig – die Produktion der Hydra wurde jedoch eingestellt. Mit etwas Glück findet man ein preisgünstiges Exemplar aber noch gebraucht im Internet.

Wie viel Spaß die Hydra im Zusammenspiel mit dem DK2 und einer passenden Anwendung machen kann, erahnt man vielleicht im Video zu diesem Beitrag.

Auf VR-Gamer warten spannende Zeiten! Allerdings: Nicht nur die Eingabegeräte werden voraussichtlich preisintensiv sein, auch die Hardwareanforderungen werden vermutlich steigen (>75 FPS sind wohl Pflicht und Auflösungen um die 4K werden von Entwicklern bereits gefordert). Was dann noch dazukommt ist – je nach Anwendung –  Platzbedarf! Denn wer stolpert schon gerne über seinen Stuhl oder Schreibtisch, stößt sich an Dachschrägen, läuft gegen Wände oder Inventar?!

Im Bereich VR wird noch viel neu gedacht werden müssen. Ich zumindest freue mich auf die nächsten Jahre!

Written by Sven