Amazon Echo kommt nach Deutschland bzw. ist schon da

Amazon Echo kommt nach Deutschland bzw. ist schon da

Ich habe es gerade bei heise gelesen: Amazon Echo soll am 26. Oktober 2016 nach Deutschland kommen.

Ich persönlich freue mich darauf. Zwar ist Amazon Echo genau genommen schon in Deutschland. Seit eineinhalb Jahren z.B. in meiner Küche. Und sicherlich haben sich auch ein paar andere Tech-Nerds einen Amazon Echo aus den USA importiert und seit über einem Jahr im täglichen Einsatz. Jetzt rückt aber endlich ein Zugriff auf Inhalte des deutschen Amazon Accounts (Stichwort: Prime Music und Kindle Unlimited) in nahe Zukunft.

Tatsächlich wird der Amazon Echo im deutschen Store auch schon erkannt:

1

Selbst die deutschen  FAQs und die Sprachdatenverwaltug sind bereits online. Ein Klick auf „Sprachdaten verwalten“ zeigt jedoch leider nicht den gespeicherten Suchverlauf an, sondern ermöglicht nur die Löschung der bisher erfassten Spracheingaben (mit dem üblichen Warnhinweis):

2

Dies ist z.B. bei der Google Sprachsuche anders gelöst. Hier kann man sich den Suchverlauf anzeigen lassen und sogar nachträglich die eigenen Suchbefehle anhören:

3

 

 

Zugegeben, etwas beängstigend wird es an dieser Stelle schon.

Andererseits: Amazon Echo ist ein tolles Produkt  und hat sich in den USA millionenfach verkauft. Ich wage an dieser Stelle mal eine Prognose zur Einführung in Deutschland. In den nächsten Tagen werden die Themen Datenschutz und Verbraucherschutz die Diskussion bestimmen. Und dies hat auch seine Berechtigung. Denn das „neue“ Gerät will unter die Lupe genommen werden. Ich hoffe allerdings, dass die Diskussion sachlich bleibt, denn eigentlich ist dieser Drops längst gelutscht:

  • Amazon Echo hört zwar dauerhaft mit. Die Spracherkennung erfolgt aber solange lokal auf dem Gerät, bis das Aktivierungswort „Alexa“ erkannt wird. Vorher landen keine Sprachdaten auf den Amazon Servern und es geschieht lediglich eine flüchtige lokale Datenverarbeitung (alles andere wäre ggf. sogar strafbar). Amazon Echo macht hier aber alles richtig: Nach dem Erkennen des Aktivierungswortes symbolisiert ein blauer Kreis, dass die „echte“ Spracherkennung in der Cloud starten kann. Amazon Echo kann zudem auch taub gestellt werden. Dann leuchtet der Kreis rot. Das Konzept einer solchen Always-On-Spracherkennung ist nichts Neues. Mit Aktivierungswörtern wie „Hey Siri“, „Hey Cortana“, „Okay Google“, Hi, TV“, „Smart-TV“ etc. werden schon heute Dinge sprachgesteuert, ohne dass vorher ein Tastendruck erfolgen muss.
  • Zum Thema Verbraucherschutz: Ja, man wird über Amazon Echo etwas bestellen können. Noch viel besser als mit Hilfe des Dash-Buttons. Aber mal ehrlich: Amazon informiert schon jetzt ziemlich gut über die Preise und nimmt nach meiner Erfahrung alles (aber auch wirklich alles) anstandslos wieder zurück. Das Geld ist teilweise schon zurückerstattet, obwohl die Rücksendung noch nicht mal angekommen ist. Im Gegensatz dazu ist das überwiegende Verhalten im Offline-Handel ein Graus, … zumindest empfinde ich das so.
  • Spannend ist allenfalls noch, was Amazon mit den gewonnen Daten macht. Denn Amazon Echo soll zum Medienkonsum (Musik hören, Radio hören, Kindle Bücher vorlesen lassen), zum Online-Shoppen, zum Steuren von IoT-Geräten (connected things), zum Suchen im Internet etc. verwendet werden. Dabei hinterlässt der Nutzer Spuren. Dieses Problem ist aber nicht neu, sondern wurde bereits von Google & Co. perfektioniert.

Amazon Echo: Welcome to Germany!

Written by Sven