Amazon Echo: Erster Eindruck

Amazon Echo: Erster Eindruck

Endlich. Mein Amazon Echo ist vorgestern angekommen. Die Bestellung per Borderlinx lief reibungslos. Die Hardware und die Spracherkennung des Amazon Echo funktionieren super! Sprache wird auch in größerer Entfernung, bei moderater Stimme und Hintergrundgeräuschen recht zuverlässig erkannt.  Die Verarbeitung ist sehr gut. Der Sound stimmt. Ich habe den Eindruck, man bekommt viel für sein Geld. Genau so etwas wünsche ich mir zur Haussteuerung. Allerdings mit offener API!

Amazon Echo und Haussteuerung – noch zu früh

Derzeit lässt Echo leider kaum Spielereien zu. Eine echte Proxylösung funktioniert nicht, da Echo und Amazon grundsätzlich verschlüsselt kommunizieren und man wohl nicht so einfach dazwischen kommt. Ein Zertifikat unterschieben, wie beim Siri Proxy? Ich wüsste nicht wie, bin aber auch nur Laie. WLAN und Bluetooth sind an Bord. Es scheint aber alles dicht zu sein. Verbindung via SSH – klappt nicht, … auch sonstige Schnittstellen fehlen völlig. Echo hat lediglich einen Stromanschluss (keinen USB-, keinen LAN-Anschluss). Eine gute Zusammenfassung gibt es, inklusive Wireshark Mitschnitt, hier. Aufschrauben brächte wohl auch auch nichts, siehe hier. Die derzeitigen Lösungen zur Haussteuerung scheinen daher auch nicht beim Traffic zwischen dem Echo und Amazon anzusetzen, sondern nur dort, wo ein Befehl, der ausgeführt wird, eine dritte Website beeinflusst, auf der man To-Do- und Shoppinglisten anlegen kann. Wenn ich es richtig verstanden habe, schauen die derzeitigen Lösungen einfach dort nach, wann neue Dinge in die Listen gelegt werden und führen dann ggf. die zugeordneten Befehle aus. Vielleicht gibt es demnächst ja durch ein öffentliches SDK eine charmante Lösung. Viel braucht man ja eigentlich nicht. Oder jemandem gelingt doch noch ein Man-in-the-Middle und etwas ähnliches wie der damalige Siri-Proxy.

Amazon Echo in Deutschland – mit etwas Aufwand

Ansonsten ist Echo aber auch so ein nettes Spielzeug und ein tolles Radio. Derzeit werden TuneIn und mit etwas Trickserei für nicht US-Nutzer (z. B. Unotelly für den Betrieb und Hotspot Shield für die Registrieung) auch iheart Radio unterstützt.

Leider lässt sich derzeit keine Adresse außerhalb der USA als Heimatadresse angeben. Fragt man Echo nach der aktuellen Uhrzeit, muss man nach der Uhrzeit „in Deutschland“ fragen – natürlich auf Englisch weil Echo noch kein Deutsch versteht. Positiv ist, dass man Echo über die dazugehörige App bereits auf das metrische System umstellen kann und die Wettervorhersagen somit verständlich bleiben.

Echo kann man momentan nur über amazon.com auf Einladung an eine amerikanische Adresse bestellen. Ich glaube aber, dass die Einladungen mittlerweile relativ zügig ankommen. Mit einem Test Prime Account reduzieren sich die Kosten für Amazon Echo auf 99 $.  Den Test Prime Account sollte man gleich nach der Bestellung wieder kündigen – vergißt man dies, werden im Folgemonat die Jahreskosten für Prime US berechnet (hat mit Prime DE nichts zu tun und kostet 99 $ pro Jahr). Wer keine Freunde in Amerika hat, kann für den Versand die Dienste von Borderlinx nutzen. Inklusive Versand und Steuern kommen in diesem Fall noch einmal 70 $ hinzu – wobei ich die Expresszustellung ausgewählt habe. Der Versand von Amazon US zu Borderlinx und von dort bis zu meiner Haustür hat keine 10 Tage gedauert. Zwar hat Borderlinx den Wert zuerst mit 200 $ angenommen. Ein Chat mit dem Kundenservice und die Angabe dieses Links, haben dann zu einer Reduzierzung des Wertes auf 99 $ geführt.

Was ich derzeit nicht nutze ist Prime Music, da ich kein Amazon Prime US habe. Die Integration von Spotify klappt auch noch nicht. Zwar kann man Echo als Bluetooth-Lautsprecher nutzen und Spotify vom Smartphone auf Echo streamen. Steuern lässt sich Spotify über Echo jedoch nicht – obwohl rudimentäre Befehle wie Stop, Play, Next, … eigentlich klappen sollten. Wer ein iPhone hat, benötigt übrigens die Amazon Echo App aus dem amerikanischen App-Store. Auch hier ist es also wieder etwas umständlich, wenn man einen solchen Account noch nicht hat. Insgesamt aber ein tolles Gadget!

Ich habe den Kauf bislang noch nicht bereut und freue mich auf mehr Inhalte bzw. die ersten Hacks.

Written by Sven